Bilder vom Wald: Waldfotos aus dem Mühlviertel
Man geht durch einen wirklich schönen Wald, sieht die wunderbaren Farben, folgt den fast verwunschen wirkenden Wegen und Pfaden und ist immer wieder versucht, ein ebenso wunderschönes Foto zu machen.... sind überraschend schwierig zu machen.Doch die Wirklichkeit holt dich zu Hause ein.
Die Kontraste sind zu stark.
Das Dunkel ist abgesoffen, dafür sind die Höhen überdreht.
Die Bäume stehen nicht malerisch, sondern einfach unansehnlich im Bild.
Der Weg, der so schön durch den Wald führte, wirkt nun fade ... und, und, und.
Ein gutes "Waldbild" ist eine Frage des Spüren und Sehens.Kurz gesagt.
In den nebenstehenden FAQs findest du einige Gedanken, wie ein Bild gelingen könnte.
Das Motiv findet man nicht durch Suchen, sondern durch Wahrnehmen.
Linien, Lichtachsen, Wiederholungen und Brüche bewusst erkennen.
Was darf in Ruhe verschwinden?
Ordnung im Chaos ist der Kern jedes guten Waldfotos.
Nebel: etwas höher belichten, da Nebel die Messung irritiert.
Belichtungskorrektur aktiv nutzen, nicht der Automatik überlassen.
Vor dem Auslösen klären:
Was soll scharf sein?
Wie weit soll die Schärfe reichen?
Tiefe Schärfe nur, wenn sie der Bildaussage dient.
Mittigkeit vermeiden, wenn sie nicht bewusst gesetzt ist.
Spannung entsteht durch leichte Asymmetrie, Ruhe durch klare Ordnung.
harte Lichtflecken bewusst einsetzen oder meiden
Schatten nicht fürchten, sie geben Struktur
Gegenlicht nur, wenn es kontrolliert ist
Sättigung nur so weit erhöhen, dass das Bild lebendiger wirkt, nicht künstlich.
Vignettierung kann den Blick bündeln — sparsam eingesetzt.
Ziel: Atmosphäre verstärken, nicht Effekte zeigen.
Blende nach Bildaussage, nicht nach Gewohnheit.
Stativ nur, wenn es der Szene dient — nicht als Pflicht.
Schnee: auf Zeichnung achten, Überstrahlung vermeiden.
Mischlicht: Farbtemperatur bewusst wählen oder später korrigieren.
Nicht die Kamera entscheidet, sondern der Blick.
Nicht alles zeigen, sondern das Richtige.
Hinter der Linse
Ich bin ziellos durch die Mühlviertler Landschaft gefahren und hatte gehofft, auf ein Nebelfeld von oben blicken zu können. Dass ich noch zu einem schönen Bild kommen würde, war schon außerhalb meines Radars, als ich – urplötzlich – diesen kleinen Abschnitt vor Lachstatt sah, in dem einfach alles gepasst hat. Um sicherzugehen, habe ich an Ort und Stelle um die 20 Bilder gemacht und konnte mir das perfekte Motiv zu Hause bequem aussuchen und bearbeiten.
Kamera: Sony ILCE-7RM3
Objektiv: Sony FE 24-105mm F4 G OSS
Brennweite: 24.0 mm
ISO / Blende: ISO 400 | f/7.1
Verschlusszeit: 1/125s
Blitz: nicht ausgelöst