Schloss Grafenegg u. Weinbaugebiet Krems-Wagram | fotoseite.at
Ein Schloss aus Gram:
Die tragische Geschichte hinter dem Umbau
Die tragische Geschichte hinter dem Umbau
Während der Führung offenbarte uns der Guide ein besonders faszinierendes und zugleich berührendes Detail der Schlossgeschichte.
Das Schloss, wie wir es heute im Stil des romantischen Historismus kennen, verdankt sein Aussehen dem Grafen August Ferdinand Breuner-Enckevoirt.
Das Schloss, wie wir es heute im Stil des romantischen Historismus kennen, verdankt sein Aussehen dem Grafen August Ferdinand Breuner-Enckevoirt.
Der groß angelegte Umbau begann um das Jahr 1840 – und der Auslöser war ein schwerer Schicksalsschlag.
Nur wenige Jahre zuvor, um 1837, verstarb die geliebte, junge Frau des Grafen. Aus tiefem Gram über diesen unersetzlichen Verlust stürzte sich der Graf in das visionäre Bauprojekt. Inspiriert von englischen Schlossanlagen im Stil der Tudor-Gotik verwandelte er den alten Herrensitz in ein architektonisches Traumschloss, das heute als eines der bedeutendsten Denkmäler des Historismus in Österreich gilt.
Nur wenige Jahre zuvor, um 1837, verstarb die geliebte, junge Frau des Grafen. Aus tiefem Gram über diesen unersetzlichen Verlust stürzte sich der Graf in das visionäre Bauprojekt. Inspiriert von englischen Schlossanlagen im Stil der Tudor-Gotik verwandelte er den alten Herrensitz in ein architektonisches Traumschloss, das heute als eines der bedeutendsten Denkmäler des Historismus in Österreich gilt.
Ausflugsziel Schloss Grafenegg: Kultur, Prunk und ein Hauch Romantik
Ein herrlicher Ausflug führte uns am Morgen mit einer gut gelaunten Senioren-Reisegruppe aus dem idyllischen Mühlviertel direkt nach Niederösterreich. Nach einer gemütlichen Fahrt mit den typischen, unverzichtbaren „Kulturpausen“ – bei denen wir die lokalen WC-Anlagen entlang der Strecke ausgiebig kennenlernen durften – erreichten wir kurz vor 11:00 Uhr unser Ziel: das prachtvolle Schloss Grafenegg.Herzlicher Empfang im weitläufigen Schlosspark
Am Schloss angekommen, wurden wir bereits von zwei bestens gelaunten Guides empfangen. Unser gemeinsamer Rundgang startete in der beeindruckenden, laut offiziellen Angaben rund 32 Hektar großen Parkanlage. Der historische Schlosspark Grafenegg fasziniert mit seinen bis zu 250 Jahre alten Baumriesen, weiten Wiesen und modernen Kunstwerken, die sich harmonisch in das Grün einfügen.
Launige Führung durch das Schloss-Innere
Nach dem ersten Spaziergang an der frischen Luft durften wir das prunkvolle Innere des Schlosses im Rahmen einer äußerst launigen und kurzweiligen Führung bewundern. Die Prunkräume, die Beletage und die detailreichen Holzdecken bieten fantastische Motive für die Fotografie. Da ich leidenschaftlicher Available-Light-Fotograf bin, boten die hohen Fenster und der sanfte Lichteinfall in den historischen Sälen die perfekte Kulisse, um die echte, unverfälschte Stimmung ohne Blitzlicht einzufangen.
Bilder des Schlosses Grafenegg: Außenbereich und Schlossführung
❓ Häufige Fragen zu Schloss Grafenegg
Es gilt als eines der bedeutendsten Denkmäler des romantischen Historismus in Österreich.
Grafenegg liegt nahe Krems und dem Wagram. Es ist bequem über die S5 erreichbar.
Der weitläufige, 32 Hektar große Schlosspark ist ganzjährig tagsüber frei zugänglich.
Der Park ist kostenlos. Für das Schloss-Innere und Führungen ist ein Ticket erforderlich.
Ja, das Schloss-Café lädt nach einem Rundgang zu Kaffee und regionalen Köstlichkeiten ein.
Neben dem Schloss im Tudor-Stil ist die moderne Open-Air-Bühne „Wolkenturm“ ein absoluter Blickfang.
Ich habe keine Einschränkungen für das Fotografieren gesehen. Im Zweifelsfall frag einfach nach, ob das Fotografieren erlaubt ist.
Für die Innenräume empfehlen sich möglichst weitwinkelige und lichtstarke Objektive (z. B. mit Blende f/2.8 oder lichtstärker), um das vorhandene Licht optimal zu nutzen. Ich selbst habe im Innenbereich Brennweiten zwischen 12 und 24 mm am Vollformat verwendet, um die prachtvollen Säle und detailreichen Decken vollständig einzufangen.
Eine Ruhige Hand und ein guter IBIS (Bildstabilisator) sind von Vorteil.
Eine Ruhige Hand und ein guter IBIS (Bildstabilisator) sind von Vorteil.
Das Schloss gehört der Familie Metternich-Sandor, wird aber als Kulturzentrum genutzt.
Lichtspiele in den Prunkräumen und der Kunstschatz der Schlosskapelle
Beim Betreten der Beletage und des prachtvollen Rittersaals zeigt die Available-Light-Fotografie erst recht ihre Stärken.
Die detailreichen, geschnitzten Holzdecken und die mit goldgepresstem Leder verzierten Wände fangen das natürliche Tageslicht spektakulär ein.
Das erzeugt tiefe, lebendige Kontraste auf den Bildern, ohne Blitzlichtgewitter.
Ein architektonischer und spiritueller Höhepunkt unserer Schlossführung war der Besuch der wunderschönen Schlosskapelle Grafenegg.
Unter einem tiefblauen, romantischen „Sternenhimmel“ verbirgt sich hier ein wahrer, historischer Kunstschatz: ein spätgotischer Flügelaltar (ein dreiteiliges Triptychon) aus dem Jahr 1491, der im Zentrum die Krönung Mariens zeigt.
Dank der kompetenten und kurzweiligen Erklärungen unseres Guides erwachte die filigrane Schnitzkunst des Altars vor unseren Augen regelrecht zum Leben.
Für Fotografen bietet diese Kapelle mit ihrer andächtigen Stimmung, dem sanften Lichteinfall und dem historischen Altar ein absolut erstklassiges Motiv.
Hintergrund & Fakten zur Schlosskapelle
Die neugotische Kapelle
- Auftraggeber: Graf August Ferdinand Breuner-Enckevoirt initiierte den monumentalen Umbau ab 1840.
- Architektur: Entworfen vom Wiener Dombaumeister Leopold Ernst im Stil der romantischen Tudor-Gotik; vollendet von seinem Sohn Hugo Ernst.
- Interieur: Maßgefertigtes Chorgestühl aus dunklem Eichenholz unter einem tiefblauen Sternenhimmel.
Der spätgotische Flügelaltar
- Alter: Ein historisches Triptychon aus dem Jahr 1491, das im 19. Jahrhundert für die Kapelle erworben wurde.
- Herkunft: Stammt aus dem Nürnberger Umkreis von Michael Wolgemut (dem Lehrmeister von Albrecht Dürer).
- Zentrales Motiv: Meisterhafte, vergoldete Schnitzkunst mit der Darstellung der Krönung Mariens.
Ausklang an der Weinfreunde-Grenze: Kremstal trifft Wagram
Wo mächtige Lössdecken auf urzeitliches Gestein treffen, verbindet die Donau das Kremstal und den Wagram zu einem echten Paradies für Genießer und Fotografen.
Nach den beeindruckenden Erlebnissen im Schlossinneren und dem andächtigen Moment in der Kapelle hieß es für unsere muntere Mühlviertler Reisegruppe Abschied nehmen von Grafenegg.
Doch der Ausflug war damit noch nicht zu Ende.
Das Schloss liegt eingebettet in einer der faszinierendsten Weinregionen Österreichs – exakt an der fließenden Grenze zwischen dem traditionsreichen Kremser Weinbaugebiet (Kremstal) und dem mächtigen Lössrücken des Weinbaugebiets Wagram.
Die Heimfahrt führte uns vorbei an sanft geschwungenen Hügeln und endlosen, akkurat gepflegten Weinstöcken, die in dieser Übergangszone prächtig gedeihen.
Für mich als Fotograf bot sich hier zum Abschluss ein herrlicher Kontrast: Nach den detailreichen, hölzernen Prunkräumen öffnete sich der Blick für die Weite der Natur.
Das sanfte Nachmittagslicht über den Weingärten war ein Traum für jede Linse.
Ein paar wenige, aber umso stimmungsvollere Impressionen dieser malerischen Landschaft durften auf dem Kamerasensor natürlich nicht fehlen und bilden den perfekten, ruhigen Ausklang eines unvergesslichen Tages.
Hinter der Linse
Erst nach 20 Minuten und 15 verschiedenen Bildschnitten riss die Wolkendecke für exakt eine Minute auf und setzte die Kellergasse in dieses perfekt kontrastierende Licht.
Kamera-Setup & EXIF
Kamera: Sony ILCE-7RM3
Objektiv: FE 24-105mm F4 G OSS
Brennweite: 51mm
ISO / Blende: ISO 100 | f/5.0
Verschlusszeit: 1/1000s
Belichtungskorrektur: -0.7
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